Zahlung, Verifikation und Risikobewertung: Wie Open Banking den Check-out neu strukturiert

Im E-Commerce geht es nicht mehr nur um die passende Zahlart, sondern um Prozesse, die Kosten, Sicherheit und Conversion zusammenbringen.

Der Zahlungsverkehr im E-Commerce wirkt derzeit erstaunlich stabil. Das zeigte die EHI-Erhebung „Online-Payment 2026“, die auf dem EHI Payment Kongress vorgestellt wurde. PayPal und Rechnungskauf dominieren demnach weiterhin, Kartenzahlungen legen leicht zu, während Lastschrift und klassische Überweisung zuletzt Marktanteile verloren haben. Doch dahinter verändert sich gerade einiges. Denn Händler und Payment Service Provider erwarten heute deutlich mehr von Zahlungsprozessen als die reine Transaktionsabwicklung.

Ein Grund dafür ist die zunehmende mobile Nutzung im E-Commerce. Wallets und Kartenzahlungen profitieren vor allem davon, dass sie sich im mobilen Check-out schnell und einfach nutzen lassen. Gleichzeit kommt auf Händlerseite das steigende Interesse an Verfahren, die Kosten senken, Risiken reduzieren und sich stärker in digitale Prozesse integrieren lassen. Der Check-out entwickelt sich zunehmend zu einem Ort, an dem Zahlung, Verifikation und Risikobewertung zusammenlaufen. An dieser Stelle punktet Open Banking.

Vom Zahlungsmittel zum Prozessbaustein mit Open Banking

Der Check-out übernimmt heute zusätzliche Aufgaben: Risiken bewerten, Kosten steuern, Conversion sichern. Händler integrieren dafür immer häufiger Funktionen wie Kontoverifizierung, Bonitätsprüfungen oder Sicherheitsmechanismen direkt in den Bezahlprozess. Konten werden nicht mehr ausschließlich für die Zahlung selbst genutzt, sondern zunehmend werden Kontodaten als Grundlage für Entscheidungen innerhalb digitaler Prozesse integriert.

Die Prioritäten im Handel sind dabei eindeutig. Laut des 4-Säulen-Modells des EHI wurden Kosten erstmals als wichtigster Baustein für erfolgreiche Zahlungssysteme bewertet, noch vor Sicherheit/Datenschutz. Danach folgen Geschwindigkeit und Investitionsschutz. Das ist wenig überraschend, denn viele Händler geraten im Payment zunehmend unter Kostendruck. Internationale Kartenverfahren, Wallets und komplexe Payment-Set-ups können höhere Gebühren verursachen und zusätzliche technische Abhängigkeiten schaffen.

Damit verschiebt sich auch die Rolle klassischer Konto-Zahlungen. Lastschrift, Überweisung und Pay-by-Bank-Verfahren stehen nicht mehr nur für eine bestimmte Zahlart. Sie werden interessanter, wenn sie sich einfach nutzen lassen, durch Verfahren wie den IBAN-Name-Check oder Verification of Payee (VoP) sicherer werden und sich technisch sauber in bestehende Check-out- und Payment-Prozesse einfügen.

Pay-by-Bank-Verfahren und Echtzeitüberweisungen ermöglichen Zahlungen ohne zusätzliche Intermediäre. Parallel entstehen neue Anforderungen an die technische Infrastruktur der Banken. Mit der Einführung von Instant Payments und zusätzlichen Sicherheitsmechanismen wie Verification of Payee müssen Zahlungsprozesse künftig in Echtzeit und deutlich stärker integriert bereitgestellt werden.

Warum Konto-zu-Konto-Zahlungen wieder interessanter werden

Im E-Commerce geraten Zahlungsprozesse stärker unter Druck. Händler müssen Kosten senken, Zahlungsausfälle reduzieren und ihren Kunden zugleich schnelle, einfache und sichere Bezahlwege bieten.

Lastschrift und Überweisung könnten dadurch wieder an Attraktivität gewinnen, vor allem wegen ihrer vergleichsweise niedrigen Kosten. Konto-zu-Konto-Zahlungen lassen sich heute leicht in digitale Zahlungsprozesse integrieren. Zahlungsstatus, Verifikation und Risikoprüfung können enger zusammenspielen. Verfahren wie der IBAN-Name-Check und Verification of Payee (VoP) helfen zusätzlich, Fehlüberweisungen und Betrugsrisiken zu reduzieren.

Für Händler entsteht damit eine neue Grundlage. Zahlungen müssen nicht nur günstig sein, sondern auch schnell, nachvollziehbar und flexibel in bestehende Systemlandschaften integrierbar sein. Mit finAPI lassen sich Zahlungsauslösung, Kontodaten und Verifikationsservices per API kombinieren. Dadurch werden Zahlungsprozesse schneller, sicherer und außerdem besser mit Bonitäts- und Risikobewertung verknüpft.

Online und am POS: Payment wird kanalübergreifend

Die Entwicklung endet nicht im Online-Shop. Viele Mechanismen tauchen inzwischen auch am Point of Sale (POS) auf. Über QR-Codes oder Zahlungslinks lassen sich Zahlungen direkt über das Bankkonto auslösen. Gleichzeitig können Händler Konten verifizieren oder Lastschriftmandate unmittelbar am POS anlegen und die IBAN verifizieren. Dadurch verändert sich die Funktion des Bankkontos. Es dient nicht mehr nur der Zahlung, sondern zunehmend auch als Grundlage für Kundenidentifikation und digitale Kundenkonten. Gerade im Zusammenspiel mit Loyalty-Programmen lassen sich Prozesse wie Mandatsanlage oder Verifikation deutlich schlanker und sicherer abbilden.

Die aktuellen Marktzahlen zeigen zwar keine plötzliche Verschiebung einzelner Zahlarten und auch für das laufende Jahr erwarten die Experten nur leichte Veränderungen. Die Marktzahlen zeigen aber sehr deutlich, dass sich die Anforderungen hinter dem Check-out verändern. Es geht deshalb weniger um die Frage, welche Zahlart sich durchsetzt. Wichtiger ist, für den eigenen Shop oder Anwendungsfall einen geeigneten Mix aus Zahlungsarten und Verifikations- und Prüfmechanismen zu nutzen. Open Banking schafft dafür die technische Grundlage – im E-Commerce genauso wie am POS.

Die eigentliche Herausforderung liegt heute oft nicht mehr in der einzelnen Zahlart, sondern in der Integration von Zahlung, Verifikation und Risikoprüfung in bestehende Prozesse. Genau dort entstehen neue Anforderungen an Check-out- und Payment-Architekturen.

finAPI unterstützt Unternehmen dabei, Konto-zu-Konto-Zahlungen, Kontodaten und Verifikationsservices modular und API-basiert in bestehende Systeme einzubinden.

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